George James

"Don´t pull. Ask."

 

... ist ein Trainer aus Arizona in den USA.

Ich hatte nie von ihm gehört oder gelesen bis mir eine Reitschülerin von ihm erzählte.

Und das tat sie mit einer Begeisterung die mich neugierig machte.

Dann hatte ich auch noch das Glück sehr kurzfristig einen Platz in seinem viertägigen Kurs im Juni 2014 in Lorsch zu bekommen. Mit Pferd.

Klar, es ist ungewöhnlich einen Kurs bei einem mir völlig unbekannten Trainer zu buchen. Aber ich dachte wenn er gut ist - toll, dann kann ich etwas lernen. Wenn er nicht gut ist - ok, dann war es wieder einmal eine Erfahrung.

 

George ist ein Mensch mit einem gewinnenden Lächeln, einem tollen Humor, er ist sehr taktvoll aber dennoch klar und ehrlich.

Er ist ein wirklich sehr guter Trainer, der mit jedem Pferd und Reiter ein passendes Konzept fährt.

Mit jedem einzelnen.

George liebt Pferde und Menschen. Und das spürt man deutlich.

Egal welches Pferd, welche Reitweise, welcher Mensch: er ist immer respektvoll und einfühlsam.

 

George arbeitet nicht in Gruppen sondern mit jeder Pferd- Reiterkombination im Einzelunterricht.

Dadurch kann er ganz individuell mit jedem "Paar" arbeiten und beide fördern.

Und das tut er.

In dieser Stunde, die je nach Bedarf 45 oder auch 75 Minuten dauern kann, trainiert er die Leichtigkeit und das Gefühl in leicht verständlichen Übungen.

Hauptsächlich arbeitet er in Zirkeln an der Biegung, Rumpf aufrichten, perfekte Kreise reiten, innere Schulter anheben.

Er will die Pferde in schwungvoller Vorwärtsbewegung sehen, rund, versammelt und an federleichten Hilfen. Zu tiefe Hälse und Köpfe lässt er die Reiter sofort anheben und korrigieren.

 

 "Don´t pull! Ask."

Nicht ziehen sondern höflich bitten. Und dann auf das Pferd warten.

Wenn es nachgibt dann gibt auch der Reiter nach.

Bitten, geben, belohnen.

Wir arbeiten an Biegung,  Volte, Schulter aufrichten und Rumpf anheben zuerst im Schritt, dann im Trab, dann im Galopp.

Pferde und Reiter werden von Einheit zu Einheit besser, leichten, schwungvoller.

Goerge erklärt, korrigiert, erklärt nochmal, korrigiert wieder. Und er lobt, immer wieder.

Ich fühle mich sehr wohl.

Jeder Reiter kann auch seine individuellen Wünsche äußern. Nur Bodenarbeit? Geht klar.

In der Bodenarbeit ist George ebenfalls extrem einfühlsam, respektvoll und erreicht selbst bei nervösen, ängstlichen Pferden innerhalb kurzer Zeit ein hohes Maß an Vertrauen.

Ich nehme an jedem der 4 Kurstage ein anderes unserer Pferde mit und wir arbeiten immer an denselben Übungen, aber dennoch sehr unterschiedlich.

Eben genau angepasst an das jeweilige Pferd. 

Ich fühle wie sich die Pferde immer leichter, immer schwungvoller und immer ausbalancierter bewegen.

George erlaubt keine tiefen Pferdeköpfe und -hälse. Trägt ein Pferd den Hals unter der Waagrechten fordert er den Reiter sofort auf, das zu korrigieren. Die Pferde sollen in einer natürlichen, ihnen angenehmen Hals- und Kopfhaltung laufen.

Zu lange Zügel sind tabu, ebenso wie ständiger Zug auf dem Bit.

 

Die Trainingseinheiten sind sehr anstrengend und unglaublich effektiv.

Ich kann zu Hause alles nachreiten und habe dabei immer George´s Stimme im Ohr: "Don´t pull, ask. Give. Reward your horse for the slightest try."

Bitten, geben, belohnen. Schon für den Versuch es "richtig" zu machen.

George will es perfekt haben. Immer wieder korrigiert er Sitz, Zügelführung, Intensität der Hilfen, Reitwege, und und und.

Er arbeitet mit jedem Paar so lange bis er sieht was er sehen möchte.

Und immer ist es gut für Pferd und Reiter.

 

Sein ganzes Programm fügt sich perfekt in meine eigene Philosophie, meine Wünsche und Ziele ein. Es passt perfekt zu meinen Erfahrungen aus Buck´s Training.

 

George ist ein Trainer zu "Anfassen". Kein Medienrummel stört den Ablauf, er wird nicht sobald er die halle verlässt von den Massen verschlungen.

George sitzt in den Pausen mit uns zusammen, beantwortet Fragen, genießt die Nähe zu den Menschen.

Wir trainieren in einer sehr freundlichen, persönlichen Atmosphäre. Das gefällt mir sehr gut.

Wer nicht reitet sitzt in der Reitbahn und hört und schaut zu.

Ich habe in diesen 4 Tagen sehr viel gelernt, sehr nachhaltig gelernt.

 

George war im September 2014 nochmal nach Deutschland, ich war wieder dabei. Dieses Mal an allen 4 Tagen mit jeweils 2 Pferden.